Von den Besten lernen: Marathon-Interview mit Julian Flügel

Julian Flügel bei der Cross DM 2015 Foto: Team Memmert

Julian Flügel bei der Cross DM 2015
Foto: Team Memmert

Revisor bei der KION Group und gleichzeitig absolute deutsche Spitze im Langstreckenlauf: Julian Flügel (Team Memmert der TSG 08 Roth) vereint Beruf und Leistungssport. Nachdem er sich 2013 sein Lebensziel über 5000 Stadionmeter mit einer Bestzeit von 13:54 min erfüllt hatte, stieg er auf noch längere Strecken um. Mit Erfolg: es gab Medaillen bei den deutschen Meisterschaften im Crosslauf, über 5000 m, 10000 m, 10 km und beim Halbmarathon. Für das größte Aufsehen sorgten aber seine Marathonläufe: Bei seinem Debüt 2014 in Hamburg lief er mit der Spitzenzeit von 2h15’39 als bester Deutscher ein. Bereits im Oktober konnte er sich dann um mehr als eine Minute steigern und lief in Frankfurt 2h14’20. Und auch bei seinem dritten Auftritt über die Königsdistanz lief er in Hamburg als bester Deutscher ein. Drei Spitzenleistungen bei drei Marathons – eine Konstanz, die beeindruckt!

„Laufen hilft“ will von den Besten lernen und freut sich deshalb über die Möglichkeit des exklusiven Interviews mit Julian:

Markus: Julian, wie und in welchem Alter bist Du zum Laufen gekommen? Warum musste es ausgerechnet die Langstrecke sein?
Julian: Ich habe mit 16 Jahren relativ spät mit dem Laufen begonnen, damals durch einen Freund (Markus Jahn – selbst in der Jugend deutsche Spitze, u.a. Vizemeister über 3000m) motiviert. Ich habe sehr schnell Spaß am Laufen gefunden, weil es einfach toll war, so schnell Verbesserungen zu sehen. Wenn man von Woche zu Woche die gleiche Runde immer schneller schafft, gibt das unheimlich Motivation.
Vorher habe ich hauptsächlich Fußball gespielt, war da aber schon immer etwas zu langsam im Sprint und die Gegner sind mir meistens davongerannt.

Markus: Denkst Du, dass sich das Fußballspielen positiv auf die Kondition ausgewirkt hat, oder hast du bei null anfangen müssen?
Julian: Auf jeden Fall hatte ich schon eine gewisse Grundlage. Wir haben auch zwei bis dreimal pro Woche trainiert, was für die Ausdauer nur förderlich sein kann. Am Ende denke ich ist es egal, welchen Sport man als Kind macht. Es ist nur wichtig, sich viel zu bewegen.

Markus: War es die pure Lust an der Bewegung oder gab es frühe Erfolge, die dich beim Laufen gehalten haben? Was würdest Du als Deinen größten sportlichen Erfolg bezeichnen? Hast Du ein Idol?
Julian: Naja, es waren am Anfang vor allem die Erfolge im Kampf gegen mich selbst, die mich beim Laufen gehalten haben. Ich wollte mich einfach immer weiter verbessern und sehen, wie weit ich es schaffen kann. Ansonsten war ich als Jugendlicher nicht gerade das große Talent, erst in der U23 konnte ich mich überhaupt für eine Bahn-DM qualifizieren und wurde vorletzter über 5000m (2008 war das).
Der wichtigste sportliche Erfolg ist für mich die zweimalige Teilnahme bei der Cross-EM. Das Nationaltrikot tragen zu dürfen ist schon was ganz besonderes und macht mich stolz.

Markus: Du arbeitest bereits seit 13 Jahren erfolgreich mit deinem Trainer Jürgen „Steppke“ Stephan zusammen. Wie wichtig ist Dir diese Kontinuität? Was schätzt Du besonders an Deinem Trainer?
Julian: In der Tat hatte ich in meinem Leben noch keinen anderen Trainer. Ich bin 2002 … lies auf der neuen Seite weiter!

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5 Gedanken zu „Von den Besten lernen: Marathon-Interview mit Julian Flügel

  1. Pingback: Von den Besten lernen… | Lauftagebuch

    • Es geht ja nicht nur darum, den Fettstoffwechsel zu trainieren, sondern auch bei flotterem Tempo einzusetzen. Wenn die Speicher vorher schon leer sind, muss der Körper zwangsläufig aus Fettsäuren Energie gewinnen. Deshalb ohne Frühstück.

  2. Pingback: Nach dem Triathlon ist vor dem Marathon: Vorausschauende Saisonplanung | KEEP ON RUNNING

  3. Pingback: Marathon-Interview mit Julian Flügel - Laufgürtel FORMBELT

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