22/24 Laufen heißt Leben

Was ihr von uns lernen könnt

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2015-09/marathon-laufen-chef-gehalt-studie

Parallelen zwischen dem Laufen und dem Leben

Gerade Führungskräfte suchen sich gerne weitere Spielweisen, auf denen sie zeigen können, wie erfolgreich sie sind. Da bieten sich Laufveranstaltungen natürlich an. Nur etwa jeder 600. Deutsche wagt sich an einen Marathon, aber rund jeder zehnte Chef eines Dax- oder MDax-Unternehmens läuft regelmäßig die 42,195 Kilometer. Dazu gehören etwa Commerzbank-Vorstand Martin Blessing, Deutsche-Bahn-Vorstand Rüdiger Grube oder auch Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Läufer entwickeln eine Reihe positiver Eigenschaften: Sportler können sich gut motivieren, haben Ausdauer, gehen an ihre Grenzen, gelten als hartnäckig, willensstark, zielstrebig, fleißig und diszipliniert. Das sind alles Fähigkeiten, die im Job wichtig sind. Daneben macht Laufen zufrieden. Für den Unternehmer Jochen Spethmann zum Beispiel ist der Morgenlauf, den er als Internatsschüler hasste, heute der erste Sieg des Tages. Viele schwören auf die positive Wirkung, die das morgendliche Lauftraining hat.

Laufen am Morgen hebt die Laune. Der Sauerstoff fördert enorm die Durchblutung, sodass Körper und Geist in Bewegung kommen. Morgenläufer sind schon energiegeladen, wenn sich die Kollegen erst mal in der Kaffeeküche treffen und mit Espresso allmählich in Tagesform bringen.

Die athletische Figur und der Teint eines Outdoor-Sportlers beeinflussen natürlich die Ausstrahlung. Und die Erfolge aus Training oder Wettkampf nimmt man mit ins Büro. Erfolgreich wird man durch selbst erlebte Erfolge und dafür bietet der Laufsport eine Menge Gelegenheiten. Nach langer Sportabstinenz überhaupt mal mit dem Laufen zu beginnen, ein erster Erfolg. Vier Wochen durchzuhalten, ein weiterer. Die ersten 40 Minuten durchzulaufen, die ersten 10 Kilometer zu schaffen, diese Schallmauern zu durchbrechen – das alles sind Erfolge. Das lässt sich bis zum Marathon so fortschreiben. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Umfragen zeigen, dass der Lieblingssport von Top-Managern das Laufen ist. Laufsport verbessert die Konzentrationsfähigkeit, lindert Jetlag und steigert das Selbstwertgefühl sowie die körperliche Widerstandsfähigkeit.

Laufen verbessere auch die kognitive Leistung. Wie kommt das?

Butz: Jeder Sport ist gut. Laufsport im Freien allerdings im Besonderen. Laufen fördert die kognitiven Fähigkeiten und damit logisches Denken und Kreativität. Dauerläufe an der frischen Luft verzögern die Alterungsprozesse des Gehirns. Auch nehmen durch gleichmäßige Laufbelastungen in bestimmten Hirnarealen die Blut- und Sauerstoffzufuhr um bis zu ein Drittel zu. Und die Anzahl Nervenzellen im Hippocampus erhöht sich durch regelmäßiges Laufen im Sauerstoffüberschuss. Und die werden vordringlich zum Lernen gebraucht. Es entstehen auch mehr Synapsen, die Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn. Je mehr Synapsen man hat, umso schneller funktionieren Denkvorgänge. Die Gedächtnisleistung verbessert sich, der Kopf wird wacher und aufnahmefähiger, die Gedanken werden klarer. Und das in jedem Alter. Es ist daher nie zu spät, mit dem Laufen zu beginnen.

Advertisements