Von den Besten lernen: Marathon-Interview mit Christian Kreienbühl

Foto: Christian Kreienbühl

Foto: Martin Rütschi

Christian Kreienbühl ist, neben dem aus Eritrea stammenden Tadesse Abraham, der derzeit schnellste Schweizer Marathonläufer. Im letzten Jahr war er bei der Heim-EM in Zürich Teil der Marathonmannschaft, die Bronze errang.
Auch Christian vereint Beruf und Leistungssport. Seine Bestzeiten im Halbmarathon (65’55) und auch auf der vollen Distanz (2h15’35) lief er jeweils in der deutschen Hauptstadt Berlin.

„Laufen hilft“ will von den Besten lernen und freut sich deshalb über die Möglichkeit des exklusiven Interviews mit Christian:

Markus: Hallo Christian, wie geht es Dir? In welchem schönen Teil der Erde trainierst Du gerade?
Christian: Hallo Markus! Es geht mir momentan hervorragend, da ich zurzeit im wunderschönen Oberengadin trainiere und die perfekten Trainingsbedingungen geniesse. Es ist dies der zweite Block einer dreiteiligen Höhentrainingslager-Kette.

Markus: Also wieder ein Trainingslager in der Schweiz. Im Frühjahr warst Du das erste Mal in Kenia – warum jetzt nicht wieder? Was sind deine schönsten Erinnerungen an das Läuferland und was sind die größten Vorteile Deiner Heimat? Wirst Du noch einmal nach Kenia fahren?
Christian: Im Winter/Frühjahr gehe ich vor allem wegen den frostigen Temperaturen in wärmere Länder für Trainingslager. Im Sommer hingegen sind die Bedingungen in den Schweizer Alpen ideal und ich kann mir die Reise nach Kenia sparen. Es ist angenehm im gewohnten Umfeld zu trainieren, denn ich reise seit 2010 jedes Jahr ins Oberengadin (meist St. Moritz).
Der 4-wöchige Aufenthalt in Kenia war neben den guten Trainingseinheiten auch ein tolles Erlebnis für mich (Siehe auch hier). Mich hat vor allem die Ruhe und die Konsequenz der Kenianer fasziniert. Da gibt es nur Dein Training und Dich.

Markus: Während Deines Studiums liefst Du fünf Jahre lang kaum. Rückblickend wichtig für Deine jetzige Leistungsfähigkeit oder hast Du damals Grundlagen verpasst, die Dir heute helfen würden?
Christian: Ich bin von 1994 (mit 13 Jahren) bis 2001 schon als Kind viel gelaufen. Die Grundlagen und vor allem die „Robustheit“ des Bewegungsapparates habe ich wohl damals schon zugelegt. 2001 habe ich die Freude am Laufen verloren, da hätte es auch nichts gebracht, wenn man mich gezwungen hätte zu laufen. 2006 habe ich als Hobby-Jogger aus Freude an Natur und Bewegung wieder angefangen. Bis 2010 hatte ich niemals den Gedanken an Leistungssport. Die fünfjährige Pause sehe ich im Nachhinein positiv: Mein Körper (und Geist) konnte sich in dieser Zeit erholen.

Markus: Neben dem Beruf „Langstreckenläufer“ arbeitest Du als IT-Projektleiter. Wie sieht Dein Vertrag aus? Und lassen sich Deine Trainingslager immer gut mit den beruflichen Terminen vereinbaren oder musst Du sportliche Abstriche machen?
Christian: Ich habe eine 50% Anstellung bei Equatex (www.equatex.com) – das sind 21 Arbeitsstunden die Woche. Zusätzlich werde ich von der Spitzensportförderung der Schweizer Armee unterstützt, die mir in erster Linie die vielen Trainingslager ermöglicht. Weil mein Chef sehr viel Verständnis hat, bin ich mit der Planung der Lager sehr flexibel. Dass mein Arbeitgeber, mein Vorgesetzter und die Armee mich unterstützen, ist nicht selbstverständlich und ich bin enorm dankbar dafür!

Markus: Wie sieht Dein normaler Alltag aus? Läufst Du vor und nach der Arbeit? Haben harte Einheiten Einfluss auf Deine mentale Leistungsfähigkeit tagsüber?
Christian: Ich arbeite normalerweise von 10:30 bis 16:00 und trainiere vorher sowie nachher. Das Morgentraining … lies auf der neuen Seite weiter!

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Ein Gedanke zu „Von den Besten lernen: Marathon-Interview mit Christian Kreienbühl

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